Stellungnahme des Unverpackt e. V. zum neuen Verpackungsrecht
Mit dem neuen Verpackungsrecht beabsichtigt die Bundesregierung die europäische Verpackungsverordnung PPWR in deutsches Recht umzusetzen. Der Unverpackt e. V. begrüßt, dass Recyclingfähigkeit, Schadstoffreduktion und Kreislaufwirtschaft gestärkt werden sollen.
Dennoch bleibt der Gesetzentwurf hinter den Herausforderungen unserer Zeit zurück.
Deutschland produziert Jahr für Jahr Rekordmengen an Verpackungsabfällen. Die wirksamste Antwort darauf wäre, Verpackungen gar nicht erst entstehen zu lassen. Stattdessen konzentriert sich das neue Verpackungsrecht vor allem darauf, Verpackungen besser recycelbar zu machen.
Jede Verpackung muss produziert, transportiert, gesammelt und verarbeitet werden. Auch die beste Recyclingquote kann diesen Ressourcenverbrauch nicht vollständig ausgleichen. Wer Verpackungsabfälle wirksam reduzieren will, muss Mehrweg, Nachfüllsysteme und unverpackte Angebote konsequent fördern.
Genau hier bleibt das Gesetz zu vage.
Während konkrete Maßnahmen zur Förderung von Recycling und Rezyklaten vorgesehen sind, fehlen verbindliche Instrumente zum Ausbau von Mehrweg- und Wiederverwendungssystemen. Es gibt keinen Mehrwegfonds, keine gezielte Förderung regionaler Mehrwegstrukturen und keine ausreichenden wirtschaftlichen Anreize für Unternehmen, die Verpackungen vermeiden statt lediglich zu recyceln.
Dabei zeigen zahlreiche Unverpacktläden, Mehrweginitiativen und regionale Kreislaufsysteme bereits heute, dass Verpackungsvermeidung in der Praxis funktioniert. Was fehlt, sind faire politische Rahmenbedingungen.
Die Kreislaufwirtschaft beginnt nicht im Recyclinghof, sondern bei der Vermeidung von Abfall.
Das neue Verpackungsrecht verbessert das Recycling. Für eine echte Verpackungswende braucht es jedoch deutlich mehr Mut zur Abfallvermeidung.
Sven gestaltet als Geschäftsführer des Unverpacktverbandes die Branche und den Verband aktiv mit. Seine Schwerpunkte sind die strategische Weiterentwicklung des Verbandes, Vernetzung und Kooperation mit anderen Akteuren aus der Branche sowie die Vertretung der Verbandsinteressen gegenüber politischen Entscheidungsträger:innen.
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